Brainstorming
Aus erichfromm.de
Zunächst wollen wir in diesem Brainstorming die Themen herausfiltern, die unserer Meinung nach für die Zielgruppe (die noch nicht näher definiert wurde, aber vom Alter her deutlich unter dem EFG-Durchschnitt liegen sollte) wichtig sind.
Inhaltsverzeichnis |
Themen
(hier können einfach alle Themen des Frommschen Denkens aufgeschrieben werden, die auch heute für eine junge Generation wichtig sind. Mit Themen sind Überschriften oder Schlagworte aus der Frommschen Lektüre gemeint, also z.B. Gesellschaftscharakter, Liebe, Haben-Orientierung etc..... (also noch keine Interpretationen oder Ableitungen)
1. (Aus)Wege aus einer kranken Gesellschaft
2. Furcht /Flucht vor der Freiheit/Vermögen / (brüderlicher) Umgang mit Vermögen : eigenem und gemeinsamen ) Selbstbestimmung/Fremdbestimmung ( Eigenmittel/Fremdmittel) Siehe bitte den Reiter "Diskussion"
3. Gesellschaftscharakter, -orientierungen und wie der "Transfer" zwischen gesellschaftlichem und individuellem Charakter funktioniert
4. Was läßt sich aus heutiger Sicht über den sog. EIGENEN und "Freien" Willen sagen ? Was hat Erich Fromm hierzu gesagt ? Was hat heute davon noch Bestand ? In diesem Zusammenhang : Welchen Einfluß hat dabei die jeweilige Gesellschaft ( überschneidet sich mit Punkt 1 und 3 ) Wie heißt also das Frommsche Thema? Das sollte hier stehen - Überlegungen dazu eher weiter unten.
5. Psychologische Aspekte eines garantierten Einkommens für alle (GA 1966c)
6. Lebensführung - Leben zwischen den Polen Haben und Sein -
7. Sinn/ Ziel des Lebens nach Erich Fromm (GA 1989a S.398): "Meine Auffassung vom Ziel des Lebens kommt der von Spinoza und Thomas von Aquin nahe. Mit Spinoza läßt sich der Sinn des Lebens definieren als eine Entwicklung, bei der der Mensch dem Modell der menschlichen Natur am nächsten kommt. Das Ziel des Lebens ist es also, entsprechend den Bedingungen der menschlichen Existenz optimal zu wachsen und vollständig das zu werden, was man potentiell ist, und sich von der Vernunft oder Erfahrung zum Verständnis jener Normen führen zu lassen, die zum Wohl-Sein beitragen, geht man mit Thomas von Aquin davon aus, daß die Vernunft zur Natur des Menschen gehört und uns zu einem solchen Verständnis befähigt."
8. Fromms Verständnis von Liebe - wieweit ist sie in einer "kranken Gesellschaft" überhaupt möglich?
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Relevanz der Themen
hier kann zu den einzelnen Themen beschrieben werden, inwiefern sie für die Zielgruppe relevant sind zB.: Liebe: weil junge Menschen heute diese und jene Beziehung zu dem Thema.....)
zu 1.
Ich glaube die Bemerkung "kranke Gesellschaft", auch wenn sie den Kern trifft, erschreckt erstmal einige Leute. Da denken sicherlich
einige an Sachen wie "entartete Kunst" oder sowas. Es gibt viele solcher Blockade-Wörter, wo der Leser sich erstmal sich wehrt, z.B. Sozialismus, da die nächsten Assoziationen eh auf einen Stalin hinauslaufen.
Man muss einleitend zu dem Wort "erkrankte Gesellschaft" kommen. Grob z.B folgendermaßen:
Diese Form der Gesellschaft vernachlässigt und verhindert die Befriedigung elementar-psychologischer Bedürfnisse des Menschen wie
z.B. der Drang der Protifmaximalisierung ihn in dem menschlichen Wunsch beschneidet, kreativ das jeweilige Arbeitprodukt zu bearbeiten... Da diese natürliche Bedrüfnisse nicht gespeist werden, kommt es zwangsläufig zu Ausfallsymptomen. Und da diese eine ganze Gesellschaft betreffen, sah Fromm in ihnen eine "erkrankte Gesellschaft".
(erkrankt klingt besser, es wirkt vorübergehender als "krank", welches auch als Schimpfwort benutzt wird [der ist doch krank! voll der Psycho!]"-- Radiokopf 14:32, 9. Jul. 2008 (CEST)
zu 2.
zu 3. Ich denke, dass heute viele "aufgeklärte" Menschen bereits eine Ahnung von einem besseren, erfüllteren Leben haben. Es gibt viele (natürlich nicht selten sehr verschiedene) Vorstellungen davon. Man kann heute viele junge Menschen erleben, die zum Beispiel überzeugt davon sind, dass uns das Einkaufen in Öko-Märkten, der Abschluß eines Vertrages mit einem Ökostrom-Anbieter, der Verzicht auf ein Auto und so weiter - dass solche Dinge uns letztlich (wenn nur jeder mitmacht) zu einer besseren, gerechteren und eben ökologisch ausgeglicheneren Gesellschaft verhelfen. Da gibt es dann Leute, die dabei sehr geduldig sind und sagen: steter Tropfen höhlt den Stein; und es gibt welche, die eher ungeduldig sind und sagen: meine Güte, es wurde doch schon alles Gute gedacht und geschrieben, nachweislich müssen wir den FCKW-Ausstoß um soundsoviel Prozent senken etc. - warum machen wir das dann nicht einfach?
Ich denke, dass diesen Menschen die Ideen über den Charaktertransfer weiterhelfen würden. Was muss sich in einer Gesellschaft alles ändern, damit eine wirkliche Änderung möglich ist?
zu 4.
zu 5. Das garantierte Grundeinkommen ist mal wieder schwer in der Diskussion. Allein zwischen den Linken gibt es dazu heftige Kontroversen. Die Argumente der Konservativen also mal ausgenommen, ist es doch sinnvoll, diese Frage humanistisch zu diskutieren. Wobei bemerkt werden muss, dass sich Fromm ausdrücklich auf die "psychologischen Aspekte" bezog (S.311). In Zeiten von Hartz IV und anderen Debatten über Armut und deren Verhinderung, sollte man den Frommschen Beitrag dazu aufgreifen. Zumal Fromm diese Frage im angegebenen Text durchaus kritisch diskutiert und mahnt, sich von einer solchen Regelung nicht all zuviel zu erwarten, dass diese Regelung des Mindesteinkommens sogar nur bei gleichzeitiger Wandlung des Konsumverhaltens möglich sei (S.313). Zudem entwickelt er noch die Alternative von "kostenlosen minimalen Dienstleistungen" (S.315), woraufhin allerdings dann der Freiheitsbegriff diskutiert werden muss. Aber streng genommen geht es Fromm ausdrücklich um die Abkehr von der Unmenschlichen Prämisse "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.".
- Was die Relevanz für die "junge Generation" betrifft: Ich denke, dass junge Menschen sich gerade mit dem Problem auseinandersetzen müssen, selbst mit Spitzen-Schulnoten und Super-Studium und einem 40-Stunden-Job oftmals kaum über die Runden zu kommen. Gerade junge Familien mit Kindern mit zwei durchschnittlich verdienenden Erwachsenen haben oft Probleme, wenigstens einen Urlaub anzusparen. Das klingt alles nach Luxusproblemen - junge Menschen sind aber dazu gezwungen, darüber nachzudenken.
zu 6. Ich denke hier ist es wichtig, den Haben-modus nicht zu sehr auf einma zu "verteufeln". Leute kriegen Angst, wenn ihnen diese Form entrissen wird. Meistens kommt die Frage, wenn man den Haben-Modus und ihre Schattenseite nennt, "soll ich etwa leben wie ein Bettelmönch?". Darum sollte man mehr oder weniger in dem gleichen Atemzug das "rationale" notwendige Haben nennen, um solchen Fragen vorzubeugen. -- Radiokopf 02:44, 18. Jul. 2008 (CEST) - gute Anmerkung! dass man kaum leben kann ohne in irgendeiner Form etwas zu besitzen ist nicht in frage zu stellen. Diesen Unterschied zwischen überhaupt nicht haben und rationalem Haben zu betonen ist sicherlich wichtig! - - -
Was sind die praktischen Implikationen aus diesen Themen?
zu 1.
zu 2.
zu 3. Die Weiterentwicklung des Konzepts des Gesellschafts-Charakters eignet sich gut, um mit anderen Gruppierungen zusammenzuarbeiten. Ich glaube, dass es vielen Gruppierungen (wie Attac) an einer "Psychologie" ihrer Konzepte, Ideen etc. mangelt. Praktische Implikationen daraus wären also Beratung von und Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftskritischen Gruppierungen.
zu 4.
zu 5. Wenn sich die Fromm-Gesellschaft mit dem Thema "garantiertes Grundeinkommen" und dessen psychologischen Aspekten beschäftigt und Fromms Ansatz weiter entwickelt und erforscht, ist die EFG in der Lage, andere Gruppierungen, die sich z.B. um die ökonomischen, politischen, pädagogischen etc. Aspekte dieser Frage kümmern, zu beraten, bzw. mit ihnen zusammen zu arbeiten. Ich denke hier an bestimmte Parteien, Attac oder das Netzwerk Grundeinkommen, in dem die EFG ja bereits Mitglied ist.
Sonstiges
Hier können alle anderen Fragestellungen auch zu Wort kommen. Z.B. eine systemische Frage: Was müßten wir dafür tun, damit Fromm völlig in Vergessenheit gerät?
( Er oder seine "Landkarten" ?....)
Orientierungsfragen für die Erstellung eines Flyers
Wenn Bücher ( Worte, Texte, Gedanken....) "Landkarten", d.h. Orientierungshilfe wären: Welche Bedeutung haben die von Erich Fromm aufgestellten Landkarten für die heute lebenden und am LEBEN orientierten Menschen ? Welche gravierenden Änderungen hat es mittleweile gegeben ? Welche Darstellungsmöglichkeiten gibt es heute ? Was können Worte, was können sie ( gerade ) nicht ? Was könnte z.b. ein Film, was könnte Musik.... bewirken ? Was wäre not-wendig, damit Worte inspirieren Müssen neue Texte formuliert werden ?....oder sollte mehr über neuen Zugang zu alten Texten nachgedacht werden ? Was können FRAGEN bewirken ( s. z.B. Fragebögen von Max Frisch)
Gesetzt dem Fall, ein Flyer könnte jungen Menschen zum Eintritt in die Erich-Fromm-Gesellschaft führen:
Aus welchem Grund sollten sie es tun ?
Was erwartet sie ? Was könnten sie tun ?
Was wäre ein produktiver Austausch zwischen den Generationen ? ( Zitat aus "Der Prophet" von Khalil Gibran über die Kinder: Versuche sie Dir nicht gleich zu machen, denn sie leben in der Welt von Morgen, in der Du keinen Zutritt hast...nicht einmal in Gedanken....)
Wozu könnte ein Flyer noch einladen...im Namen der Erich-Fromm-Gesellschaft ?
-> Hierzu noch eine spontane Idee, deren Ausführung ich noch nicht vollständig durchdacht habe :), aber könnte man nicht einen Film drehen, der sich mit dem Thema "Haben oder Sein" auseinandersetzt !? Man könnte Kontakt zu Studierenden in diesem Bereich aufnehmen und durch ein paar Ideen (wie z.B. das Filmen des Weihnachtsgeschäfts oder der Produktionshallen (was schon wieder weiter führt...)) den Stein ins Rollen bringen. Diesen Film könnte man dann auf einem Treffen der Gesellschaft gezeigt werden... Ich denke, dass der aktive Umgang mit dem Thema ein tieferes Verständsnis hervorrufen kann. Falls sich eine Gruppe Studierender oder in diesem Bereich Interessierter zusammen tut und diesen Film macht, dann erreicht man durch ihren Bekanntenkreis Leute und natürlich durch den Film an sich...
Beispielsweise zu Experimenten in Sachen "Solidarisches Wirtschaften" : (Erich Fromm hatte ja nachweisen könne, daß Arbeiter dann besonders motiviert waren, wenn sie sich als Teil eines Experimentes wahrgenommen haben.)
